2012-05-18  
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Tourismus Schulen Semmering
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Autor Martin Leidenfrost zu Gast in der Öffentlichen Bibliothek der TSS Drucken E-Mail

Martin Leidenfrost liest aus seinem Buch „Die Tote im Fluss“ Lesung Martin Leidenfrost

 

 

Lesung Martin LeidenfrostDie neue öffentliche Bildungs- und Kultureinrichtung der Tourismusschulen Semmering bietet allen Interessierten Zugang zu Information und Unterhaltung. Zum Auftakt der Veranstaltungsreihe war Autor Martin Leidenfrost zu Gast. Er las aus seinem Buch "Die Tote im Fluss" und sprach über die weiteren Entwicklungen in dem Kriminalfall um die slowakische Pflegerin eines hochbetagten Primararztes, Denisa Šoltísová, deren nackte Leiche am 29. Jänner 2008 in der Ager entdeckt worden war. Der Gemeindearzt stellte kein Fremdverschulden fest. Die Staatsanwaltschaft Wels hatte die Tote ohne Obduktion als Suizidopfer zur Bestattung freigegeben.

Die gerichtsmedizinische Untersuchung in der Slowakei ergab allerdings nicht nur, dass der jungen Frau Gewalt angetan worden war, sondern auch einen merkwürdigen Medikamenten-Cocktail - als Hinweis auf eine mögliche Vergiftung a la Blauensteiner. Leidenfrost brachte sein aufmerksames Publikum aber auch mit seinem exklusiven und erstmals präsentierten Filmskript "Hotel am Semmering" zum Schmunzeln und führte vor der Signiereinheit ein reges Gespräch "über das Schreiben" mit den Anwesenden.

"Warum wir Martin Leidenfrost geladen haben? Weil seine Zivilcourage und die Präzision in Beobachtung, Recherche und Sprache beeindrucken: der ungeschönte Blick des Literaten auf die Weltwirklichkeiten, denen sich andere verschließen. Und diese Begeisterung soll man weitergeben – vor allem an die Jugend", so Bibliotheksleiterin Dr. Heidi Prüger. Leidenfrost zeigt auf, wie jeder Einzelne von uns handeln könnte, wenn es darum geht Unrecht aufzuzeigen und dagegen zu kämpfen. Kämpferisch, das waren viele herausragende Persönlichkeiten, die einst am Semmering verweilt sind und gewirkt haben, allen voran Karl Kraus, der Kämpfer gegen die sogenannte „Journaille“, den „Sensationsjournalismus“, gegen Bestechlichkeit und Unterwürfigkeit. „Die letzten Kämpfe um das Semmeringgebiet“ sind ein anderes dokumentiertes Kapitel, das mit der Vernichtung des Geistes und des Kampfgeistes von der Ausrichtung und Dimension Karl Kraus einhergegangen ist.

Heute darf man miterleben, dass die Welt, nicht nur zu Skiweltcupzeiten, wieder auf den Semmering blickt und dass die Welt wieder am Semmering eingekehrt ist. Im Sommer ist es gelungen an die Theaterpräsenz der Reichenauer Festspiele mit eigenständigen Festspielen am Semmering unter der Intendanz von Elisabeth Joe Harriet anzuschließen. Dank einer findigen, auf Innovation gerichteten Tourismusschulen-Leitung und geschickter Zusammenarbeit mit der Gemeinde hat der Semmering nun wieder eine Bibliothek, die Autoren und Lesern ein neues "Zuhause am Zauberberg" bietet.

 

 
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