Together. Sustainable. Beautiful. „New European Bauhaus“-Visionen für den Semmering

Wie kann die Zukunft des Semmerings aussehen – zwischen großer Geschichte, aktuellem Leerstand und neuen Ideen? Zwei intensive Nachmittage an den Tourismusschulen Semmering haben gezeigt, dass die Antworten vor allem im generationenübergreifenden Miteinander liegen – im Dialog zwischen Jugend, regionalen Akteur:innen und visionären Impulsen aus Baukultur und Tourismus.

Den Auftakt bildete ein Unterrichtsbesuch von Architektin Johanna Digruber in der Kunst- und Kulturklasse 3AHL von Heidi Prüger. Im Zentrum stand das Konzept des „New European Bauhaus“, das Nachhaltigkeit, Ästhetik und Gemeinschaft vereint und dazu anregt, Räume neu zu denken – als Orte des sozialen Austauschs und der nachhaltigen gestalterischen Qualität. Aufbauend darauf entwickelten die Schüler:innen konkrete Ideen für den Semmering, die am folgenden Nachmittag in die öffentliche Diskussion eingebracht wurden.

Bei der Veranstaltung „Together. Sustainable. Beautiful. Visionen für den Semmering“ in der öffentlichen Bibliothek der Tourismusschulen trafen diese Zukunftsbilder auf Erfahrungen aus Praxis und Regionalentwicklung. Edi Aberham, ehemaliger Direktor des Grand Hotel Panhans, gewährte Einblicke in teils unveröffentlichte Konzepte aus seiner Amtszeit. Gleichzeitig wurde deutlich, dass leistbare Angebote ebenso notwendig sind, jedoch eher in ergänzenden Strukturen gedacht werden. Genau hier setzten auch viele Wortmeldungen aus dem Publikum an. Einen weiteren Beitrag lieferte Andrea Hilser (Semmering Projektentwicklungsgesellschaft), indem sie das Potenzial ungenutzter Gebäude aufzeigte. Besonders spannend wurde dieses Thema durch einen Videoclip der Kunst- und Kulturklasse aufbereitet, der mit dem Nachhaltigkeitspreis der Organisation Südwind ausgezeichnet worden war. Gedreht wurde der Film von Marcell Tárnoki (3BHL), der seine Sichtweisen auch persönlich in die Diskussion einbrachte und damit die Perspektive der Jugend authentisch vertrat. Im Zentrum der Beiträge der 3AHL stand das Konzept „Alte Häuser – Neue Leute“, das eine Verbindung von sozialer Verantwortung, Tourismus und regionaler Entwicklung vorschlägt. Die Idee, leerstehende Gebäude in würdigen Wohnraum für Menschen in prekären Lebenssituationen zu transformieren und gleichzeitig Ausbildung, Arbeit und Integration zu fördern, wurde als zukunftsweisender Ansatz wahrgenommen. Besonders prägend ist dabei der Gedanke eines generationenübergreifenden Miteinanders, das den sozialen Zusammenhalt stärkt und neue Perspektiven für den ländlichen Raum eröffnet. Mit dabei waren unter anderem Bürgermeister Hermann Doppelreiter, Christian Blazek vom Tourismusverband Semmering-Rax sowie zahlreiche engagierte Semmeringer:innen.

Die beiden Nachmittage haben gezeigt, welches Potenzial entsteht, wenn Visionen aus unterschiedlichen Perspektiven zusammenkommen. Oder, wie es die Schüler:innen formulieren: „Wo Geschichte ein Zuhause schenkt – und Zukunft einzieht.“