Vom Malz bis ins Glas
Ein Brau-Workshop, der Wissen, Handwerk und Genuss verbindet
An einem herrlichen Montagmorgen trifft sich die 4 CHL in Hassbach zu einem ganz besonderen Workshop: Im „Braueck“ von Privatbrauer Martin Gruber – hauptberuflich Techniker, leidenschaftlicher Brauer – wird Bier nicht nur gebraut, sondern mit allen Sinnen erlebt.
Pünktlich um 8.30 Uhr startet der Workshop mit einem fundierten Theorieteil. Martin Gruber erklärt die vier Grundzutaten des Bieres – Malz, Wasser, Hopfen und Hefe – und führt Schritt für Schritt durch den gesamten Brauprozess, der genau in dieser Reihenfolge abläuft. Theorie und Praxis greifen dabei nahtlos ineinander: Während der Sud langsam entsteht, gibt der Brauer Einblick in Technik, Abläufe und Feinheiten seines Handwerks.
Da es in der Brauerei selbst eher kühl ist, dürfen die Schülerinnen und Schüler in der warmen Braustube Platz nehmen. Dort vertiefen sie ihr Wissen über Hopfen und Brauhefe, während zwischendurch immer wieder gerührt, kontrolliert und nachjustiert wird. Diese Pausen werden auch kulinarisch genutzt – für eine mehr als ausreichende Stärkung ist bestens gesorgt.
Zur Unterstützung erhält jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer ein ausführliches Handout, in dem der gesamte Brauvorgang dokumentiert ist. Besonders praxisnah: Die Mengenangaben sind im Verhältnis 1:10 gehalten – ideal für alle, die der Versuchung, selbst einmal Bier zu brauen, nicht widerstehen können. Die passenden Zutaten sind selbstverständlich direkt beim Brauer erhältlich.
Noch vor der Mittagspause wird der Sud geläutert – dabei wird die ausgekochte Maische vom Sud getrennt. Nachhaltigkeit spielt im Braueck eine große Rolle: Die Maische wird von regionalen Bauern als Viehfutter abgeholt, überschüssige Flüssighefe findet Verwendung in einem Pferdebetrieb als Huf- und Fellpflegemittel. Martins Frau verarbeitet die Maische außerdem zu beliebten „Brau-Eckerln“ – Keksen mit Datteln, Kokos und weiteren Zutaten, die ebenso wie das Bier verkauft werden.
Nach dem Mittagessen folgt der letzte praktische Schritt des Tages: Die Zugabe des Hopfens in pelletierter Form sorgt für gleichbleibende Qualität jeder Biercharge. Über den weiteren Gärverlauf bleiben alle Teilnehmer:innen informiert. Erste Fotos zeigen bereits die Hefe in der abgekühlten Würze.
Nach rund drei Wochen ist die Hauptgärung abgeschlossen, nach einer weiteren Reifezeit von etwa zwei Wochen wird das selbst gebraute Bier schließlich ausgeschenkt – beim geplanten Gourmetabend „Semmeringer Frühlingswies’n“. Dort wird der gesamte Brau- und Gärprozess noch einmal über die Videoleinwand präsentiert, und Martin Gruber steht den Gästen gerne für Fragen zur Verfügung.



